Vom 11.11.-22.11. wird in der Kapelle der Markuskirche eine Ausstellung mit Zeichnungen zu sehen sein.
Über anderthalb Jahre hat Peter Rautmann regelmäßig seine Tante bis zu ihrem Tod in einem Altersheim besucht. Durch ihre zunehmende Demenz war ein verbaler Kontakt nicht mehr möglich. Während dieser Besuche entstanden aus den beobachtenden Blicken Strich für Strich Zeichnungen, die sich auf die Person konzentrierten. Dabei spielte die Wahrnehmung des Gesichts und des Augenpaars eine besondere Rolle. Es entstanden gemeinsame emotionale Räume, die durch Nähe, aber auch zunehmender Distanz gleichermaßen geprägt waren. Im zeitlichen Abstand wurden die Zeichnungen zu Dokumenten der Grenzerfahrung des Abschieds, aber auch einer bleibenden Präsenz, einer intensiven Nähe und Erinnerung.
Peter Rautmann studierte Kunsterziehung und Malerei an der Hochschule für Künste Kassel von 1962 bis 1966, von 1966 bis 1976 Kunstgeschichte und Philosophie an der Universität Hamburg und schloß das Studium mit der Promotion ab. Von 1979 bis 2007 war er Professor für Kunstwissenschaft an der Hochschule für Künste Bremen, zuletzt als deren Rektor; seit 2013 kuratorische Tätigkeit an der Markuskirche/Kulturkirche. Ausstellungen in Norwegen in der Rathausgalerie von Skjærhalden 2017 und im Kulturcafé Anna Blume in Hannover 2024.