Konzert: H. I. F. Biber: Missa Salisburgensis á 53 voci

Nachricht Markuskirche, 24. September 2017

Ein Konzert im Rahmen der Niedersächsischen Musiktage

Am Sonntag, dem 24. September 2017 wird in der Markuskirche um 15 und 17 Uhr die "Missa Salisburgensis á 53 voci" von Heinrich Ignaz Franz Biber aufgeführt.

Für dieses 1682 erstmals uraufgeführte voluminöse Werk werden die Musizierenden ungewöhnlicher Weise im gesamten Kirchenraum positioniert. Das prachtvolle Stück ist auch ein Beitrag der Niedersächsischen Musiktage zum Thema „Raum“.

Künstler/Beteiligte:
16 Solisten
Instrumente: la festa musicale
Chor: MarkusChor Hannover, Evangelische Stadtkantorei Bremerhaven
Musikalische Leitung: Kantor Martin Dietterle, Hannover

Eintritt: 25 € Normalpreis, 10 € Hörplätze. Karten unter www.markuskirche-hannover.de und unter www.reservix.de
Veranstalter: Kulturkirche Bremerhaven, Kreiskantorat Bremerhaven, Apostel-und Markus-Gemeinde Hannover

Heinrich Ignaz Franz Biber hatte Großes vor, als er 1682 die „Missa Salisburgensis“ für die 1100-Jahr-Feier des Bistums Salzburg komponierte. Geschaffen hat er eine Sensation: Zwei vokale und vier instrumentale Chöre musizieren, Pauken, Trompeten und Orgel erklingen. Im Stile einer – damals sehr beliebten – venezianischen Mehrchörigkeit entstand Musik, die heute noch berührt, wegen ihres Volumens beeindruckt und deren Raumklang die Hörer zum Staunen bringt. Für die Hannoveraner Aufführungen am 24. September kommen der MarkusChor Hannover, die Evangelische Stadtkantorei Bremerhaven, das Barockensemble la festa musicale und weitere 16 Solisten unter der Leitung von Kantor Martin Dietterle zusammen. Dieses Chorkonzert findet im Rahmen des Reformationsjahres statt und wurde auch als Programmpunkt der diesjährigen Niedersächsischen Musiktage ausgewählt. Deren Motto ist das Thema „Raum“.

Für heutige Zuhörer steht denn auch das ergreifende Raum-Klang-Ereignis im Vordergrund; bei seiner Premiere aber wusste der Komponist vor allem seinen klerikalen Auftraggebern zu gefallen. Denn ihm ist es mit der Messe gelungen, die Macht der Kirche in groß dimensionierten Klang umzusetzen. Das war damals auch nötig: Angesichts der vielen Erfindungen und Errungenschaften in Wissenschaft und Technik sorgte sich die Kirche um ihren Führungsanspruch auf die Definition der Welt. Dass der Kirchenraum gleichsam als eigenes Instrument wirkt, erreichte Biber, indem er die Sänger im ganzen Kirchenraum verteilte und so eine ungewöhnliche, räumlich-perspektivische Klangwirkung erzielte. Mehr als hundert Sänger und Instrumentalisten gestalteten die Uraufführungen, eine für barocke Verhältnisse riesige Besetzung. Doch trotz des Erfolges scheute man in den Folgejahren den immensen Aufwand und die Messe geriet in Vergessenheit. Eine der seltenen Aufführungen fand im letzten Jahr bei den Salzburger Festspielen statt, mit der Biber als einer der wichtigsten Salzburger Kapellmeister gewürdigt wurde.

Authentische Aufführung
Auch beim Konzert in Hannover sind die Musizierenden auf mehrere Emporen und unterschiedlichen Positionen im Raum verteilt. Zu den beiden achtstimmigen Chören treten jeweils acht Solosänger hinzu, die sich gegenseitig ergänzen und einander echoartig antworten. Neben dem MarkusChor Hannover sorgt die Evangelische Stadtkantorei Bremerhaven für den voluminösen Klang. Der MarkusChor Hannover wurde 1969 gegründet und hat sich ebenso wie das Bremerhavener Pendant auf „große“ Kirchenmusik spezialisiert. Beide Gesangsgruppen kooperieren für die Aufführung erstmals miteinander.
Für das authentische Klangbild sorgen auch die Musikinstrumente und Musiker des in Hannover ansässigen Ensembles „la festa musicale“: Die musikalische Leitung der Musizierenden liegt in den Händen von Kantor Martin Dietterle. Sich dem ungewöhnlichen Werk „Missa Salisburgensis“ als Beitrag zum Reformationsjahr zu widmen, geht auch auf ihn zurück, dem ehemaligen Schüler von Eva Schad (Leiterin Stadtkantorei Bremerhaven) und mittlerweile Stadtkantor an der Markuskirche Hannover, der sich schon vor zwei Jahren der opulenten Messe zugewandt hatte. Er ebnete auch den Weg in das Programm der Niedersächsischen Musiktage.

Rund eine Stunde dauert die Aufführung in der KulturkircheMarkuskirche in Hannover. Gefördert wird die Aufführung  u.a. von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und den Kulturkirchen in Hannover und Bremerhaven.

Da für dieses Ausnahmekonzert mit einer großen Nachfrage zu rechnen ist, wird die Messe am selben Tag gleich zweimal aufgeführt.